British Columbia, kurz B.C., ist die westlichste Provinz Kanadas. Sie umfasst eine Fläche von gut 947.000 Quadratkilometern, die nur wenig besiedelt ist und viel Raum für Outdoor-Aktivitäten lässt. Überall trifft man auf das reiche Erbe der Ureinwohner des Landes.

B.C. besteht aus sechs einzigartigen touristischen Regionen:

  • Vancouver Island mit zerklüfteten Küsten, Regenwald, vorgelagerten Inseln und Sandstränden
  • Vancouver, Coast & Mountains mit der Traumstadt Vancouver, dem Bergresort Whistler und der Sunshine Coast
  • Cariboo Chilcotin: Ranch-Land im Herzen der Provinz
  • Thompson Okanagan: der Obst- und Weingarten
  • Kootenay Rockies: vier National- sowie 51 Provinzparks und Naturschutzgebiete
  • Northern British Columbia: Anglerparadies, unendliche Weiten und Refugium für Zwei- und Vierbeiner

Lage & Größe

British Columbia, kurz BC genannt, liegt im äußersten Westen Kanadas an der Pazifikküste. Weiter im Osten befindet sich die Provinz Alberta, deren Grenze zu BC 1.545 km lang ist. Insgesamt verfügt BC über 27.000 Kilometer zerklüfteter Küstenstriche, inklusive Tausender Inseln und bergiger Fjorde.

Die Größe der Provinz beträgt knapp 950.000 Quadratkilometer oder ca. 9,5 Prozent der Gesamtfläche Kanadas. British Columbia ist nach Quebec und Ontario die drittgrößte Provinz Kanadas. Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz könnte man bequem in BC unterbringen.

Neben den sieben Nationalparks (Glacier, Gulf Island, Gwaii Haanas, Kootenay, Mount Revelstoke, Pacific Rim, Yoho), gibt es knapp 1.000 Provincial Parks, Erholungs- und Schutzgebiete in British Columbia. Der Waldbestand macht circa 55% aus; Douglasien und Rotzedern wachsen in den feuchten Küstenregionen, während Kiefern und Hemlocktannen in höheren, trockeneren Lagen im Landesinneren gedeihen. Süßwasserseen und Flüsse bedecken nur 3,8 Prozent von British Columbia – eine Statistik, die angesichts der enormen Wasserressourcen recht eigentümlich anmutet.

Geschichte

Die Menschen und Schauplätze der Vergangenheit sind tief mit der Geschichte und den Traditionen British Columbias verwurzelt. Tiefgreifende Ereignisse wie der Goldrausch oder der Bau der Eisenbahn, für den buchstäblich Berge versetzt wurden, finden sich heute in Ortsnamen, Legenden und wahren Geschichten ebenso wieder wie in der Einstellung des „laissez-vivre“, die man an der Westküste pflegt.

Die Spanier waren die ersten Europäer, welche die Küste British Columbias sichteten (1774).

Als erster Weißer betrat 1778 der englische Kapitän James Cook British Columbia. Erst 14 Jahre später wurde die Küste von Captain Vancouver auch kartographisch erfasst.

Das im Jahre 1794 errichtete Fort St. John war die erste europäische Siedlung. Elf Jahre später entstand in Hudson’s Hope der erste Handelsposten.

Victoria, die Hauptstadt British Columbias und benannt nach Königin Viktoria von England, wurde 1843 zunächst als Außenposten der Hudson’s Bay Company als Fort Victoria gegründet.

1849 wurde Vancouver Island zur Kronkolonie erklärt. Die gesamte Insel war Pachtland der Hudson’s Bay Company, die Land- und Schürfrechte an zukünftige Siedler verkaufte.

Der Cariboo Gold Rush begann 1857 mit den ersten Goldfunden im Fraser River. So wurden große Teile des Landesinneren erschlossen.

Das Festland wurde 1858 von Königin Viktoria zur Kronkolonie British Columbia erklärt.

Im Jahre 1866 wurden alle Kronkolonien zusammengefasst, wobei sie sich fünf Jahre später der Konföderation „Kanada“ anschlossen. British Columbia stieß als sechste Provinz zur Konföderation.

Bevölkerung

Knapp 4.000.000 Menschen leben in British Columbia, das sind ca. 13 Prozent der kanadischen Bevölkerung. Mehr als die Hälfte davon konzentriert sich auf die Großräume Vancouver und Victoria. www.gov.bc.ca

Kultur, Tradition und Sprache sind in BC so unterschiedlich wie die Bevölkerung selbst. Als Kanadas Tor zu Asien weist Vancouver beispielsweise die drittgrößte Chinatown Nordamerikas auf. Aber auch andere Bevölkerungsgruppen wie Deutsche, Italiener, Japaner, Briten oder Russen tragen auf kulinarische, architektonische und religiöse Weise zum vielfältigen Leben bei. Nicht zu vergessen ist natürlich das kulturelle Erbe der Ureinwohner, die 3,4 Prozent der Bevölkerung repräsentieren (circa 140.000) und den Besuchern durch Museen, Kunst- und Gemeindezentren oder speziell ausgearbeitete Touren ihre vergangene und heutige Lebensweise näher bringen.

Flora & Fauna

Die einzige Mikro-Wüste Kanadas mit Feigenkakteen und Klapperschlangen liegt direkt hinter der amerikanischen Grenze in der Nähe von Osoyoos (Region Thompson Okanagan).

Der Fraser River, der längste Fluss in BC, weist eine Länge von 1.368 km auf.

In BC liegt die feuchteste Wetterstation Nordamerikas. Henderson Lake auf Vancouver Island verzeichnet ca. 6.550 Millimeter Niederschlag pro Jahr.

Circa 140 Säugetier-, 450 Vogelarten, 19 verschiedene Spezies Reptilien und 20 amphibische Vertreter leben in BC oder sind zumindest auf der Durchreise.

In Burgess Shales im Yoho National Park, einem Weltkulturerbe der UNESCO, befinden sich über 120 verschiedene Fossilien der Unterwasserfauna, die 515 Millionen Jahre zurück reichen (ausschließlich geführte Touren).

Wetter

Im Sommer steigt das Thermometer im Landesinneren oft auf über 30° C an, während es in anderen Regionen zwischen 23 und 28° C anzeigt. Milde Winter im Lower Mainland und Victoria. Sollte es dennoch schneien, so bleibt der Schnee selten lange liegen. Warm anziehen, wenn es in Richtung Whistler Mountain oder an den Okanagan Lake geht. Sind die Temperaturen im kanadischen Vergleich auch relativ mild: Diese Regionen sind nicht umsonst bekannt als großartige Wintersportorte.

Das unterschiedliche Klima ermöglicht es, sich innerhalb ein und derselben Provinz – manchmal sogar in nur einer Stadt – die besten und unterschiedlichsten Outdoor-Aktivitäten herauszusuchen. Im Großraum Vancouver könnte man z.B. Ski fahren, Golf spielen und anschließend in einem Bistro der Innenstadt relaxen – alles innerhalb eines Tages.

Parks in British Columbia

Hier einige Parks in Zahlen, Maßen oder Tieren:
Im Schutzgebiet Khutzeymateen Grizzly Bear Sanctuary gibt es die größte (bekannte) Grizzlybärendichte der Westküste von BC.
Die höchsten Wasserfälle Kanadas sind die Della Falls mit 400 Metern; sie liegen im Strathcona Park, der auch gleichzeitig der älteste Provincial Park British Columbias ist, und 2011 einhundert Jahre alt wurde.
Der höchste Punkt des Alaska Highway liegt mit 1.295 Metern im Stone Mountain Park.
Das Schutzgebiet Purcell Wilderness Conservancy weist mit 690 Besuchern im Jahr 2014 die geringste Besucherzahl unter den statistisch erfassten Parks auf.
Die älteste Meeresforschungsstation im Pazifischen Nordwesten wurde 1901 im Juan de Fuca Park auf Vancouver Island eingerichtet.
Mit 9.810 Quadratkilometern ist Tweedsmuir der größte unter den Provincial Parks.

North Thompson River Provincial Park

Der Campingplatz am Zusammenfluss von Clearwater und North Thompson ist sehr beliebt bei Reisenden, die auf dem Highway 5 unterwegs sind. Auch junge Familien oder Besucher des Wells Gray Provincial Park machen hier gerne Station.

Driftwood Canyon Provincial Park

Driftwood Canyon ist als eine der wichtigsten Fossilienlagerstätten der Welt bekannt. Für Besucher bietet der Park die Möglichkeit, die faszinierende geologische und biologische Evolution der Region rund um Smithers im Norden British Columbias verstehen zu lernen. Die Zufahrt zum Park liegt etwa zehn Kilometer nordöstlich von Smithers.

Liard River Hot Springs Provincial Park

Hier haben natürlich heiße Mineralquellen ein Mikroklima geschaffen, in dem sich sogar tropische Blumen wohl fühlen. Holzstege führen Besucher über Feuchtgebiete hinweg zu zwei großen Mineralbecken, die das ganze Jahr über 42° bis 52° C heißes Thermalwasser führen. Auch wenn es rund um die Pools Holz-Decks und Umkleidekabinen gibt, sind die Quellen und das übrige Gelände naturbelassen.

Im Sommer sind die Feuchtgebiete Fressnapf für Elche, Vögel und andere Tierarten. Wer also auf dem Weg zu den Heißen Quellen auf leisen Sohlen geht, kann mit etwas Glück Elche beim Frühstück oder Abendessen beobachten. Im Winter verwandelt die Hitze der Quellen die Landschaft in ein bizarres Gemälde aus Frost, Schnee und Dampf.

Die Liard River Hot Springs liegen etwa 60 Kilometer nördlich von Muncho Lake am Alaska Highway. Der nahegelegene Campingplatz ist das ganze Jahr über geöffnet und bietet 53 Stellplätze.

Pacific Rim Nationalpark

Der Pacific Rim Nationalpark auf Vancouver Island besteht aus Long Beach, den Broken Group Islands und dem 75 Kilometer langen West Coast Trail.

Der West Coast Trail ist einer der bekanntesten Wanderwege Kanadas. Der anspruchsvolle Weg verläuft durch den südlichen Teil des Parks – entlang der Steilküste, durch Küstenregenwald und sumpfiges Terrain. Hinzu kommt das unvorhersehbare Wetter sowie steile Leitern und Schluchten, die nur mit Seilbahnen überquert werden können.

Weniger anspruchsvoll ist ein Besuch der Long Beach Region, entlang der Küste zwischen den Orten Tofino und Ucluelet. Vor der Küste liegen die mehr als 100 kleinen Inseln der Broken Group Islands. Besonders beliebt sind hier Campingausflüge mit dem Kajak.

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