Bei einem Aufenthalt in Alberta lohnt sich nicht nur ein Abstecher in die weltberühmten Banff und Jasper National Parks. Noch immer als Geheimtipp gehandelt wird der Waterton Lakes National Park in der südwestlichen Ecke der Provinz, wo die gewaltigen kanadischen Rocky Mountains auf die endlose Weite der Prärie treffen. In diesem Wanderparadies kommen nicht nur outdoorbegeisterte Urlauber auf ihre Kosten – auch Pflanzenliebhaber sind hier gut aufgehoben, wenn hier im Juni das Wildblumenfestival ausgerichtet wird.

Juwel im Süden Albertas

Zusammen mit dem Glacier National Park in Montana bildet der Waterton Lakes National Park den ersten International Peace Park der Welt und zählt seit 1995 zum UNESCO Welterbe. Mit einer Fläche von 525 Quadratkilometern ist er der kleinste Nationalpark der kanadischen Rocky Mountains. Im Übrigen erhielt er seinen Namen von drei Seen (Waterton Lakes: Upper – Middle – Lower). Der Upper Waterton Lake ist dabei mit 157 Metern der tiefste See der Kanadischen Rockies und verbindet Kanada mit den USA. www.mywaterton.ca

Pflanzen- und Blumenliebhaber kommen im Juni voll auf ihre Kosten, denn dann steht Waterton ganz im Zeichen der Wildblumen: Hier findet das Waterton Wildflower Festival statt, bei dem die unglaubliche Vielfalt der Flora gefeiert wird – von den über 50 verschiedenen Arten an kanadischen Wildblumen, die im Nationalpark wachsen, sind 30 einzig und allein nur hier beheimatet. Das neuntägige Festival rund um wild wachsende Blumen lädt ein zu Erkundungen in der Natur genauso wie zu geführten Ausritten, Ausstellungen, Konzerten und Workshops. Organisiert wird die blumige und farbenprächtige Veranstaltung vom Touristik-Anbieter Trail of the Great Bear. (mywaterton.ca)

Prince of Wales Hotel, Waterton Lakes Nationalpark, Alberta, Kanada. Foto: Asymetric/Dustin Parr
Prince of Wales Hotel im Waterton Lakes Nationalpark. Foto: Asymetric/Dustin Parr

Das auffälligste Merkmal des Nationalparks ist das imposante Prince of Wales Hotel, das 1926 von der Great Northern Railway ganz aus Holz errichtet wurde. Es überblickt den von Bergen umrahmten Upper Waterton Lake und die Kleinstadt Waterton Townsite. Hier befindet sich der Ausgangspunkt für viele Wanderungen und für Bootsausflüge auf dem See. Die Boote überqueren die US-amerikanische Grenze, welche auf beiden Uferseiten durch eine etwa 30 Meter breite Schneise flankiert wird.

Aussicht von einem Hügel in der Nähe des Prince of Wales Hotel auf den Middle Waterton Lake (links) und Upper Waterton Lake (rechts), Waterton Lakes Nationalpark, Alberta, Kanada. Foto: Asymetric/Dustin Parr
Aussicht von einem Hügel in der Nähe des Prince of Wales Hotel auf den Middle Waterton Lake (links) und Upper Waterton Lake (rechts). Foto: Asymetric/Dustin Parr

Wandern im Waterton Lakes Nationalpark

Outdoorbegeisterte Urlauber können nicht nur Kanu fahren und Tiere beobachten, sondern rund 240 Kilometer an Wanderwegen erkunden, die ins völlig unerschlossene Hinterland führen. Besonders empfehlenswert ist dabei der Trail in den Red Rock Canyon, dessen feurig-rote Wände aus 1,5 Milliarden Jahre altem Sedimentgestein bestehen.

Ein kurzer, aber sehr malerischer Wanderweg ist der 1,5 Kilometer lange Bear’s Hump. Der Anstieg beginnt direkt oberhalb des Touristeninformationszentrums von Waterton Townsite, dem einzigen Ort im Park. Ein fantastischer Ausblick auf die Kleinstadt, die Seen und die Berge erwartet den Wanderer, wenn er am Ende angekommen ist.

Red Rock Canyon, Waterton Lakes Nationalpark, Alberta, Kanada. Foto: Asymetric/Dustin Parr
Mountain Biking im Red Rock Canyon des Waterton Lakes Nationalpark. Foto: Asymetric/Dustin Parr

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Historisch und kulturell Interessierte kombinieren ihren Aufenthalt im Waterton Lakes National Park am besten mit einem Ausflug in das Remington Carriage Museum in Cardston, das circa 40 Kilometer östlich von der UNESCO Welterbestätte liegt. Mit mehr als 250 Exponaten besitzt das Museum eine der größten Pferdekutschen- und Pferdeschlittenkollektionen Nordamerikas. Audiovisuelle und interaktive Ausstellungen informieren über die Geschichte der Kutschenfahrt. In der museumseigenen Werkstatt, wo die nostalgischen Fahrzeuge detailgetreu restauriert werden, lebt das beinahe in Vergessenheit geratene Handwerk wieder auf. Natürlich können Besucher auch Kutschenfahrten unternehmen und die Ställe der Clydesdale-Pferde besichtigen.

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